Anforderungen an die Person des Sachwalters

Das Verfahren in Eigenverwaltung stellt für den Sachwalter eine wesentliche Änderung im Vergleich zur klassischen Insolvenzverwaltung dar. Der Schuldner bleibt in der (vorläufigen) Sachwaltung selbst für alle wesentlichen Maßnahmen zuständig. Der (vorläufige) Sachwalter ist für die Überwachung verantwortlich.

Für eine professionelle Eigenverwaltung ist unabdingbar, dass das Unternehmen kompetente insolvenzrechtliche Unterstützung hat. Überwiegend findet dies dadurch statt, dass ein erfahrener Insolvenzverwalter auf Seiten des Unternehmens in die Geschäftsleitung als CRO (Chief Restructuring Officer) eintritt und diesen Bereich abdeckt. Somit treffen bei der Eigenverwaltung zwei Insolvenzverwalter aufeinander, die gemeinsam die Geschicke des Unternehmens durch die Insolvenz steuern. Es gibt gerade zu Beginn des Verfahrens eine Vielzahl von Entscheidungen und Maßnahmen, die miteinander abgestimmt und koordiniert werden müssen. Zudem muss zwischen dem CRO und dem (vorläufigen) Sachwalter eine gemeinsame Linie gefunden werden.

Dies erfordert sowohl vom CRO als auch vom (vorläufigen) Sachwalter ein hohes Maß an Kompetenz, Teamfähigkeit und Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Dies führt für das Unternehmen und vor allem für die Gläubiger zu dem Vorteil, dass zwei erfahrene Verwalter gemeinsam die Sanierung begleiten und vorantreiben, also zu einer Verdoppelung von Kompetenz.

Wir haben in den bisherigen Verfahren sehr gute Erfahrungen in dieser Konstellation gemacht und auf Seiten des Unternehmens erfahrene Verwalterkollegen angetroffen, mit denen schnell eine effektive und fruchtbare Zusammenarbeit gefunden werden konnte. Dies setzt auf beiden Seiten gegenseitigen Respekt und Kompromissbereitschaft sowie Offenheit voraus.